Keine Patente auf Leben

Genverändertes (GV) Saatgut, GV-Pflanzen und -Tiere, aber auch Produkte aus konventioneller Züchtung werden patentiert. Die Zahl der Patentanträge auf Pflanzen und Tiere in Europa steigt beständig. Über 3.000 Patente auf Pflanzen wurden bereits erteilt – die meisten davon im Bereich Gentechnik. In den letzten 10 – 15 Jahren gibt es eine stetig steigende Anzahl von Patentierungen auf Pflanzen, die aus konventioneller Züchtung stammen.

2018 erteilte das europäische Patentamt rund ein Dutzend Patente auf konventionell gezüchtete Pflanzen u.a. auf Melonen, Gurken, Salat, Zwiebeln, Petersilie und Tomaten. Dabei geht es um Resistenz gegen Mehltau, Anpassung an den Klimawandel und verbesserte Lagerfähigkeit – Eigenschaften, die auch in der Natur vorkommen.

2018 wurde auch über mehrere Einsprüche der Initiative Keine Patente auf Saatgut entschieden. Die Einsprüche gegen zwei Patente der Firmen Carlsberg und Heinicken auf Braugerste wurden zwar zurückgewiesen, aber Keine Patente auf Saatgut hat gegen die Entscheidung Beschwerde eingelegt. Die Patente umfassten nicht nur die Gerste, sondern auch die Verwendung zum Brauen und damit das produzierte Bier. www.kein-patent-auf-leben.de www.no-patents-on-seeds.org

  • Keine Patente auf Saatgut – Überblick
  • PM Das Chaos am Europäischen Patentamt beenden
  • Kein Patent auf Fische, Hühner, Schweine und Kühe
  • PM Einspruch gegen Patent auf Lachs und Forellen (EP1965658)

Nach der Übernahme von Monsanto durch den Bayer-Konzern und der Fusion von Dow AgroSciences mit Dupont zu DowDupot und ihrer Tochterfirma Corteva, dominiert die Agrochemie-Industrie das internationale Geschäft mit Saatgut wie nie zuvor. Zusammen mit dem drittgrößten Konzern im Bereich Saatgut, dem Schweizer Konzern Syngenta, befinden sich rund 60 % des Handels mit kommerziellem Saatgut in der Hand von nur drei Konzernen. Dazu kommt der BASF-Konzern, der Teile des Saatgutgeschäfts von Bayer übernommen hat.

Patente sind eines der wichtigsten Instrumente um die Macht großer Konzerne auf Kosten von regionalen Züchtern und Landwirten auszuweiten. Sie gefährden die Nachhaltigkeit unserer Landwirtschaft und die Sicherung der Welternährung.