Agro-Gentechnik

Was versteht man unter Agro-Gentechnik?

Ursprünglich verstand man unter Agrogentechnik Labortechniken, um künstlich artfremde Gen-Einheiten, auch von Tieren, in pflanzliches Erbmaterial einzufügen. Eine derartige Neuprogrammierung des DNS-Plans würde so in der Natur nie erfolgen. Deshalb ist mit unbeabsichtigten unkontrollierten Auswirkungen zu rechnen.

Neue Gentechnikverfahren wie Genscheren oder auch Nukleasen wie CRISPR/Cas sind gezielter als bisherige Methoden der gentechnischen Veränderung und könnten in naher Zukunft für eine Flut von Pflanzen und Tieren mit neuen biologischen Eigenschaften sorgen. Mit den neuen Verfahren können natürliche Gene entfernt, ausgeschaltet oder zusätzliche Gen-Sequenzen eingebaut werden.

Risiken für Mensch und Umwelt unkalkulierbar

Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) verändern die Erbanlagen z.B. von wildlebenden Pflanzen oder Tieren. GVO bedrohen die biologische Vielfalt und sind auch ein Risiko für die menschliche Gesundheit. Einmal freigegeben, können GVO nicht mehr aus der Umgebung zurückgeholt werden. Gen-Produkte werden patentiert. Dadurch können für die Landwirte Abhängigkeiten entstehen. GVO lösen das Welthungerproblem nicht, denn dafür gibt es andere Ursachen.

Auch hier sind die Risiken für Mensch und Umwelt unkalkulierbar.

Kennzeichnung für genveränderte Produkte

GV-Saatgut und entsprechende Produkte müssen einen Zulassungsprozess durchlaufen und gekennzeichnet werden. Zwar entschied der EU-Gerichtshof (2018), dass durch CRISP/Cas und ähnliche Verfahren in ihrem Erbgut veränderte Pflanzen und Tiere der Zulassungspflicht für GV-Pflanzen unterliegen. Eine Mehrheit unter den EU-Agrarministern will das europäische Gentechnikrecht aber ändern. Sie möchten, dass Pflanzen, die mit neuen Gentechnikverfahren wie CRISP/Cas verändert wurden, nicht mehr unter das Gentechnikrecht fallen und somit den Zulassungsprozess nicht durchlaufen und nicht gekennzeichnet werden müssen. www.testbiotech.org